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Donnerstag, 19. April 2018

Inter: Ein Lächeln auf den Lippen

Für INTER MAILAND bringt der 4:0-Sieg über Cagliari Hoffnung. Die Königsklasse könnte winken.

Der Betrachter mag im Stückwerk der zersplitterten Wettbewerbe bisweilen die Orientierung verlieren. Zwischen Coppa, Liga und internationalen Begegnungen an jedem Wochentag drängelt sich dann auch mal ein Freundschaftskick à la Inter gegen Cagliari dazwischen.

Die Statistik notierte am Ende ein 4:0 für die Mailänder, da sich die Gäste aus Sardinien so leblos zeigten, wie es das Resultat ausdrückt. Cagliari ließ nicht einmal das Interesse an einem Erfolgsversuch erkennen, am Ende der Partie standen exakt 16:0 Torschüsse.

Der Internazionale passte die fade Attitüde ausgezeichnet ins Konzept, hatte sie zuletzt in drei Spielen ohne ein einziges Tor nur zwei Punkte gesammelt. Mauro Icardi (25) hatte ebenfalls wieder ein Lächeln auf den Lippen, denn der Kapitän beendete seine Flaute von 336 Minuten und registriert mittlerweile 25 Ligatreffer und damit seine Karrierebestleistung.

Der gemütliche Abend im San Siro hatte sich schon in der dritten Minute angedeutet, als ein Freistoß von Joao Cancelo durch das Strafraum-Gewühl zur Führung in die lange Ecke segelte. Yann Karamoh, der den Vorzug vor Antonio Candreva erhielt, verpasste mit einem Lattenschuss die höhere Führung zur Pause. Aluminiumtreffer Nummer 21 für Inter in dieser Saison, immerhin Serie-A-Rekord.

Der 19-jährige Franzose, ausgeliehen von Caen, dribbelte sich zum Publikumsliebling, von Coach Luciano Spalletti gab es hingegen einen Satz hinter die Ohren: "Hackentricks machen den Gegner unnötig lächerlich. So wird man nicht zum großen Spieler, auch wenn Yann das Zeug dazu hat."

Für ein bitteres Lächeln sorgte freilich primär Cagliaris Aktionsradius selbst. Im großzügigen Freiraum fanden auch Marcelo Brozovic, Rafinha und Ivan Perisic ihre Freude wieder. Dem starken Ex-Wolfsburger gelang dabei sein zehntes Saisontor (plus sieben Assists) zum Endstand (90. Minute).

Bei den Schwarz-Blauen herrscht nun wieder Champions-League-Euphorie, weil im Endspurt um die Plätze 3 und 4 kein Klub mit Konstanz beeindruckt. Die garantierten Königsklassen-Millionen würden einen komfortableren Sommer für die Mailänder bedeuten, ansonsten würden begehrte Profis wie Icardi oder Verteidiger Milan Skriniar in der kommenden Saison wohl für andere Klubs auflaufen.

Vor demselben Dilemma steht auch die Stadtkonkurrenz des AC Mailand. Der Rückstand auf Platz 4
ist kaum noch aufzuholen und am nächsten Freitag reist man zur Anhörung bei der UEFA in der Causa Financial Fair Play nach Nyon. Der AC verbreitete Optimismus, der eher nach Durchhalteparolen klang. Die Entscheidung über etwaige Sanktionen gegen die Mailänder wird jedoch erst nach dem letzten Spieltag offiziell verkündet.